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Bauphysik

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6.9.2010 : 5:05 : +0200

Bauphysik

Bauphysik

Bauphysik

Als Ingenieurbüro für Statik und Bauwesen beschäftigen wir uns natürlich auch mit der Bauphysik, die im Wesentlichen aus dem Wärmeschutznachweis , dem Schallschutznachweis und dem Brandschutznachweis besteht. Um Ihnen das weite Feld des Ingenieurwesens etwas zugänglicher zu machen, haben wir im Folgenden dargestellt, was man unter der Bauphysik versteht und wie man sie im Ingenieurwesen einsetzt.

Die Bauphysik ist eine Anwendung der Physik auf Bauwerke und Gebäude. Der Begriff bezeichnet im Einzelnen:

  • Einen Teil der Ausbildung von Architekten und Bauingenieuren.
  • Ein Forschungsgebiet an Hochschulen und Instituten.
  • Das Berufs- und Tätigkeitsfeld von Bauphysikern.

Die Bedeutung der Bauphysik hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen: Verstärkte Bemühungen beim Wärmeschutz von Gebäuden - ab den 1970er-Jahren zunächst aus ökonomischen, heute auch aus ökologischen Erwägungen - führten zu einer stärkeren Einbeziehung bauphysikalischer Überlegungen in die Gebäudeplanung. Hinzu kommt ein wachsendes Komfortbedürfnis, das sich an gestiegenen Anforderungen an den Schallschutz in Wohnungen und Gebäuden niederschlägt - ebenfalls ein Schwerpunkt der Bauphysik.

Nicht zur Bauphysik zählen Statische Berechnungen, diese sind Teil der Tragwerkslehre. Ebenso wenig die Materialbeschaffenheit von Baustoffen, diese wird in den Disziplinen Baustoffkunde und Bauchemie behandelt.

Anwendungen

Bauphysik und bauphysikalische Überlegungen fließen heute bereits in der Entwurfsphase in Baukonstruktion und Architektur. Zahlreiche technische Regelwerke, Normen und Gesetze beinhalten bauphysikalische Fragestellungen und Festlegungen:

  • DIN 4108 - Wärmeschutz und Energieeinsparung im Hochbau
  • DIN 4109 - Schallschutz im Hochbau
  • In Deutschland gilt die Energieeinsparverordnung als Nachfolgerin der vorausgehenden Wärmeschutzverordnung

Bauphysikalische Betrachtungen und Gutachten spielen aber auch bei der Bewertung von Baumängeln und Bauschäden eine Rolle.

Teilgebiete und Themen

  • Wärme: Wärmeleitung / Wärmestrahlung / Wärmedämmung / Wärmeschutz
  • Feuchtigkeit: Wasserdampfgehalt / Feuchtetransport / Kondensation von Wasser / Schimmelbildung in Wohnungen
  • Akustik: Sowohl Bauakustik, d. h. Schallübertragung / Schalldämmung innerhalb von Gebäuden als auch Raumakustik und Schallimmissionsschutz, d. h. Schallübertragungen im Freien und Schutz gegenüber Verkehrs-, Gewerbe- und Freizeitlärm
  • Brandschutz
  • Tageslicht

Auseinandersetzungen

Von normativen und gesetzlichen Regelungen im Bereich der Bauphysik sind mitunter unmittelbar die wirtschaftlichen Interessen bestimmter Branchen innerhalb der Baustoffindustrie betroffen. In Deutschland hat die Energieeinsparverordnung und die vorausgehende Wärmeschutzverordnung dazu geführt, dass Neubauten mit Ziegelaußenwänden heute praktisch ausschließlich mit Wärmedämmung realisiert werden. Die damit verbundenen Umsatzverschiebungen (weniger Ziegelsteine, mehr Dämmstoff) dürften Anlass für Lobby- und PR-Arbeit der entsprechenden Branchen gewesen sein. In diesem Zusammenhang haben seit den 1980er Jahren in den Medien und im Internet zum Teil heftige Kontroversen zur Bauphysik stattgefunden. Bei einer Minderheit von Bauplanern, die glauben, dass die Mehrheit der Fachleute die Physik nicht versteht, wird die Physik in Frage gestellt. Von Manchen wird dieses als Favorisierung des Einsatzes von Dämmung missverstanden. Da die ersten Veröffentlichungen in Hauszeitschriften der Ziegelindustrie erfolgten, erhielt ein Zeitschriftenaufsatz zur Richtigstellung den Titel Ziegelphysik - Eine neue Bauphysik? (Das Stuckgewerbe, 1983). Der Begriff "Ziegelphysik" hat sich seit dem eingebürgert bei einem Kreis von Diskutanten in Internet-Fachforen.